Beekeepers: granpa and grandson

Opa Heinz: ewiger Imker aus Leidenschaft

Heute hat der Blog der Gäblinis einen besonderen Gast: einen besonderen Imker! Ich möchte mit euch über Opa Heinz sprechen! Stellt euch die Situation vor: etwas schüchtern erzähle ich Basti das ich Opa Heinz gern interviewen würde. Er mag meine Idee sehr. „Wann?“ frage ich und Basti: „Jetzt!“, aber „genau jetzt? und wenn wir stören?“, „Warum nicht? Es ist Sonntag und bis zum Mittagessen ist es noch ein Weilchen… lass uns gehen!“

Ich schnappe mir den Laptop und wir finden die beiden in ihrem gemütlichen Wohnzimmer. Hintergrundmusik sind Schlager und beide auf je einem der beiden Sofas. Opa entspannt und ließt die Zeitung. Ich hatte schon vor einigen Tagen ein paar Fragen vorbereitet. Basti erklärt ihnen unser Projekt und das wir gern so etwas wie ein Interview mit ihnen führen möchten, um es dann in dieser ‚Zeitung im Internet‘, die wir bald starten wollen, zu veröffentlichen. Opa und Oma waren sofort sehr Neugierig und haben alle meine Fragen mit sehr viel Freundlichkeit und Enthusiasmus beantwortet.

Wann hat Opa Heinz diesen Pfad als Imker begonnen?

Imker Opa Heinz
Opa Heinz an seinem Bienenhaus

Wann hat er diesen wundervollen Pfad eingeschlagen? Opa Heinz, geboren 1939, hat ein wenig Schwierigkeiten diese Frage zu beantworten. Er überlegt eine ganze Weile, es scheint lange her zu sein. Er hat mit seinem Vater begonnen als er noch klein war.

Auch sein Onkel – der Bruder seines Vaters – war Imker. Doch nicht nur er, auch einer seiner Cousins lernte die Imkerei von seinem Vater. Die Leidenschaft für die Imkerei scheint in der Familie der Gäblers weit verbreitet zu sein. Er erinnert sich nicht wie alles begonnen hat. Er erinnert sich nur, das sein Vater begonnen hat, das auch sein Onkel diese Leidenschaft entdeckte während er ihm half und so haben sie einfach weiter gemacht.

Sie starteten vor dem Zweiten Weltkrieg. Wärend des Krieges hatten sie nicht so viele Völker sodass der Vater von Opa Heinz’s Mutter sich in dieser Zeit um die Bienen kümmern konnte.

Opa Heinz hat also als kleiner Junge mit dem Imkern begonnen indem er seinem Vater geholfen hat. Nachdem er 18 wurde hat er sich selbständiger um seine eigenen Bienen gekümmert. In dieser Zeit, den 60ern, haben er und sein Vater begonnen, den ersten Teil, unsers jetzt noch existierenden Bienenhauses zu bauen. Seit 1969 existiert es in der heutigen Form. Zu dieser Zeit hat er noch nicht die Bienenbeuten verwendet die wir heute benutzen. Er benutze das Bienenhaus und die von seinem Vater selbst gebauten Beuten.

„Weil wir vom Bienenhaus sprechen“, beginnt Oma Eva, geboren 1942, vorsichtig. Sie mag den kleinen Raum der an das eigentliche Bienenhaus angebaut ist. Sie empfand es immer als sehr erholsam sich darin aufzuhalten. Aus einem der Fenster sieht man direkt auf die Fluglöcher der Bienenbeuten, während man sich eine kleine Zwischenmahlzeit gönnt. In all dieser Zeit gab es auch Gäste, manche liebten es in diesem Raum zu schlafen weil es so friedlich und erholsam war und alle Gäste, wirklich alle, wollten ihre Bienen sehen.

An diesem Punkt hatte ich eine Frage: Wie ist es die Frau eines Imkers zu sein?

Ihr ganzes Leben zusammen (letztes Jahr feierten Sie ihren 55. Hochzeitstag), beide mit viel Liebe für die Natur, einer mehr für Bienen und die andere mehr für Blumen. Sie gibt zu… es war nicht immer leicht! Unglücklicherweise ist sie allergisch gegen das Gift der Bienen und so ist sie ängstlich. Als sie doch einmal gestochen wurde schwoll ihr der ganze Arm an. Seit diesem Moment geht sie nicht mehr so nah zu den Bienen (auch weil sie nicht so gute Schutzkleidung nutzten, wie sie heute verwendet wird.).

Wärend Opa Heinz sehr viel Zeit bei und mit den Bienen verbrachte, konnte sie das nicht. Dies bedauert sie sehr. Sie gesteht uns, sehr glücklich darüber zu sein das Basti und ich dies zusammen erleben können.

Ok, ich möchte noch ein kleines Detail hinzufügen: ich wurde NOCH NIE gestochen. Ich hoffe sehr, nicht allergisch zu sein. Auf jeden Fall sagten sie mir das Rhabarber und Zwiebelsaft perfekt gegen Bienenstiche helfen. Wenn du gestochen wirst, ist es wichtig den Stachel mit der stumpfen Seite eines kleinen Messers (oder ein langer Fingernagel geht auch) zu entfernen. Press ihn nicht, ansonsten injizierst du noch mehr Gift. Doch auch wenn du ihn sofort entfernst wurde bereits Gift injiziert. Nichtsdestotrotz haben sie mir versichert, dass der Saft von frischem Rhabarber oder einer Zwiebel sehr gut hilft um die Schmerzen zu bekämpfen.

Um das Kapitel abzuschließen muss du wissen, dass Oma Eva eine endlose Liebe mit Blumen verbindet. In der Vergangenheit war sie oft draußen und hat sich um sie gekümmert, meistens erst am Abend wenn die Bienen in ihren Beuten waren, nur um sicher zu sein. Doch auch heute noch, trotz Altersbeschwerden und schmerzenden Gelenken liebt sie es das Haus mit saisonalen Blumen zu schmücken. Ich frage mich: ob Ihre Leidenschaft für Blumen und die Frau eines Imkers zu sein, Zufall ist und sie Antwortet mit: „Ja!“. Diese Leidenschaft begleitet sie schon immer. Nachdem sie Ihren Seelenverwandten in einem Imker fand, hat sie jedoch gelernt sich eher für Bienenfreundlichere Blumen zu entscheiden.

eine Anekdote?

Oma Eva wird nie vergessen: sie lebten bereits in dem Haus in dem nun wir vier zusammen leben. Opa Heinz ’s Eltern besuchten sie zusammen mit seiner kleinen Schwester. Nach ihrer Ankunft, als sie zum Eingang des Hauses gingen, schwärmten die Bienen. Der Schwarm hatte Interesse am Haar von Opas kleiner Schwester. Sie mussten ihr Haar mit nassen Stoffen bedecken. Ich bin der Erzählung mit weit aufgerissenen Augen gefolgt, ganz besonders als sie sagten: „Sie hatte sehr dunkles Haar, genau wie DU!“, während ich mir Notizen machte. Gleich darauf haben sie mich allerdings beruhigt indem sie hinzufügten das schwärmende Bienen nicht stechen. Opas Schwester war wohlauf, trotz des Schrecks.

An eine andere Geschichte erinnert sich Opa Heinz mit einem Lächeln: einmal fing er die Bienenkönigin eines Schwarmes mit der Hand und alle Bienen des Schwarmes setzten sich auf Hand und Arm. Ich hatte schon wieder weit aufgerissene Augen. Basti war stattdessen etwas enttäuscht. Er war zu dem Zeitpunkt noch nicht geboren, ansonsten hätte er es geliebt ein Foto von der Szene zu machen. Auf die spontane Frage, ob er sich in dem Moment gefürchtet hat, antwortet er: „Nein, eigentlich war ich eher amüsiert!“. Danach hat er die Königin in eine Bienenbeute gebracht und alle Bienen folgten ihr.

Sie wuchsen unter Bienen auf, nicht einmal die Kinder fürchteten sich vor ihnen.

Ur-Opa hatte einen ‚Lehrpfad über das Imkern‘ für Schulen vorbereitet, dafür hatte er auch Bienenbeuten aus Glas gebaut. In diesen Zeiten war so etwas komplett unüblich. Einige Mütter fragten Opa Heinz nach etwas ähnlichem, doch er hat es lieber abgelehnt, zu viel Verantwortung! Was passiert wenn Kinder gestochen werden? ( als ich über den Imkerei-Lehrpfad für Kinder hörte, bekam ich leuchtende Augen… vielleicht, eines Tages…).

Lachend erinnert sich Opa Heinz an eine weitere Geschichte: Sein Onkel und Vater besuchten Ihn in seinem Bienenhaus, anwesend war auch eine weitere Person des regionalen Imkervereins. Er war ein wenig arrogant, weil er eine gute Position innerhalb des Vereins inne hatte. Als plötzlich viele Bienen starteten und seinen Kopf umkreisten (erneut hatte ich die weit aufgerissenen Augen). Er begann mit den Armen zu wedeln um sie zu verscheuchen doch nichts half. Bald danach warf er sich auf den Boden und bedeckte seinen Kopf mit der Erde des Gemüsegartens. Weißt du warum? Er nutzte zu viel Parfüm! Wenn du also planst dich Bienen zu nähern, solltest du dies beachten! 😉

Wie produzierte man Honig in Zeiten der DDR?

Imker lagerten den Honig in Milchkannen
Diese Milchkannen wurden in Zeiten der DDR verwendet um den Honig zu lagern.

Opa Heinz war ein Metallarbeiter und hat sich in seiner Freizet um die Bienen gekümmert. Basti’s Ur-Opa hatte mehr als 30 Bienenvölker und Opa Heinz rund 10. Dank der Bienen und ihrem Honig hatten sie dennoch einige Vorteile, wie zum Beispiel den ersten Fernseher, eine besonders gute Matraze…

Die Umwelt war weniger verschmutzt und die Bienenbeuten waren voller Honig. Das Ökosystem spürt jetzt den übertriebenen Einsatz von Pestiziden auf den Feldern. Dies hat alles ein wenig verdorben und die Artenvielfalt verringert. Als sie Honig ernteten hatten sie noch mehr Honigtau und unterschiedliche Honig Varianten.

In Zeiten der DDR haben sie den Honig nicht in Gläsern abgefüllt verkauft, stattdessen wurde der Honig in großen Behältern dem Staat übergeben. Sie wurden dafür gut bezahlt und der Staat hat den Honig danach über Händler verkauft.

und schlechte Erinnerungen?

Wir fragen ob sie auch schlechte Erinnerungen im Bezug zur Imkerei haben und Opa Heinz erzählt uns, dass er wenigstens zwei mal alle Völker in Wintern verloren hat. in diesen Zeiten hatte er nur 5 Bienenvölker und sie waren zu schwach um den Winter zu überstehen. Unglücklicherweise kann dies passieren. Er macht die Verwendung von Pestiziden dafür Mitverantwortlich. Diese sind sehr schädlich für die Bestäuber. Leider ist dies noch immer ein Problem.

Nichtsdestotrotz konnte er uns keine weitere negative Erinnerung im Bezug auf die Bienen mitteilen. Trotz der Müdigkeit von Zeit zu Zeit (was sehr verständlich ist wenn man sein Alter bedenkt) ist er immer sehr Aktiv und fleißig. Sobald der Frühling beginnt, verlieren wir ihn offiziell! Wenn du nach ihm suchst ist er in seinem Bienengarten zwischen den Bienen. Immer sehr beschäftigt. Im Winter sind sie immer in seinen Gedanken und im Sommer füllen sie seine Tage.

Was liebt er am Imker sein am meißten? Wie fühlt er sich?

Opa Heinz liebt Honig und Bienen weil sie gut für die Umwelt sind und wir ohne sie in Schwierigkeiten wären.

Er findet es sehr interessant dem Bienenvolk beim wachsen zuzusehen und zu verstehen wie sie organisiert sind. Er Liebt es sehr. Wenn er in seinem Bienenhaus ist, fühlt er sich frei, neugierig, ruhig und er hat viel Spaß (auch wenn wir von Zeit zu Zeit sein „Scheiße!“ hören 🙂 ).

mag er Honig?

Sein „Ja!“ kommt aus tiefster Überzeugung.

aber bevorzugt er Honig oder Schokolade?

(er liebt Schokolade, er würde den ganzen Tag nur Schokolade essen…)

Er antwortet das Honig besser ist. (Oma Eva glaubt ihm nicht).

Er sagt uns, dass es ‚einfacher‘ ist Schokolade zu naschen, er Honig aber lieber mag. Wenn es keinen Honig gibt dann entscheidet er sich ganz sicher für Schokolade. 🙂

Oma Eva bevorzugt Honig. Das bedeutet aber nicht das sie keine Schokolade mag. Normalerweise isst sie Honig zum Frühstück. Dies gehört zu ihrer Routine. Außerdem mag sie sehr das man den Honig für viele verschiedene Zwecke verwenden kann. Dies erinnert Sie an Ur-Opa, der Honig zur Behandlung und Heilung seiner offenen Kriegswunde nutzte. Dank der Antibakteriellen Inhaltsstoffe half es die Wunde, welche so lange nicht heilen wollte, zu schließen. Sie erinnern sich, dass Opa Heinz sich das Bein am Auspuff seines Motorrades verbrannt hat. Nachdem die Heilung für lange Zeit keine Fortschritte machte, empfahl ihm sein Vater Honig auf die Wunde aufzutragen, dies hat dann geholfen schneller zu heilen.

Was denkt er über Basti? ist er stolz auf ihn?

(ich kann sehen das Basti ein wenig besorgt, ob der Anwort wird, 🙂 )

Opa Heinz antwortet ohne zu zögern. (ich hatte keine Zweifel) Er ist sehr Stolz auf seinen Enkel. Er fügt hinzu, dass er gut ist, schnell lernt und immer effizientere Wege für die Arbeit sucht. Dennoch sagt er mit einem lächeln, dass Basti ihn weniger oft ausschimpfen sollte. (als Rechtfertigung für Basti muss man sagen, dass es nicht so einfach ist, mit einem 80jährigen Imker ruhig zu bleiben – welcher sich absolut nicht daran erinnert 80 Jahre alt zu sein).

dann wundere ich mich, ob auch durch das Alter, es Tage gibt in denen er sich nicht danach fühlt die Bienen zu besuchen…?

Dies scheint eine gute Frage zu sein, er denkt lange darüber nach… dann gibt er zu, dass es solche Tage gibt, unglücklicherweise. Ganz besonders an zu heißen Tagen und er weiß das er es nicht vermeiden kann zu den Bienen zu gehen, er kann es nicht verschieben. In diesen Momenten ist es schwer einen Anfang zu finden, doch sobald begonnen, geht alles seinen gewohnten Gang. Er fügt hinzu das er die Honigernte auch sehr genießt. An dem Punkt beginnen Oma Eva und Basti zu lachen, denn normalerweise beginnt Opa Heinz bereits eine Woche zuvor darüber zu klagen.

Warum sollte jemand sich, seiner Meinung nach, um Bienen kümmern? Hat er irgendwelche Vorschläge für jemanden der Imker werden möchte?

Er antwortet sehr spontan und mit großer Leidenschaft: „Für Umwelt, Nachhaltigkeit und Artenvielfalt!“.

Als wir fragen, ob er Ratschläge erteilen kann, antwortet er: „Ja, Ja, wer will, kann uns besuchen – Ich bin hier 🙂„. Unnötig zu sagen, dass wir alle lachen mussten. Wir haben die Frage umformuliert in: Welche Ratschläge er, an Jungimker, diesem Artikel in der ‚Zeitung im Internet‘ mitgeben möchte?

Ganz sicher sollte man Motiviert sein, mit viel Geduld, Treue und mit dem tiefen Willen sich von A – Z um die Bienen kümmern zu wollen.


Was noch? Ein Krieg, eine Pandemie und eine Covid Impfung… Er bleibt super aktiv und dynamisch. Jeden Morgen steht er in Ruhe auf, bereitet das Frühstück für sich und Oma Eva. Er klopft um mir einen „Guten Morgen!“ zu wünschen und mir meine Homeoffice-Einsamkeit, 1000km entfernt von meinen Verwandten und Freunden, zu versüßen. Dann ist er bereit für seine Bienengarten tour… Möglicherweise sind gerade die Bienen der Grund für seine ewigwährende Jugend? Ich hoffe es. 🙂

Hast du eine Nachricht für Opa Heinz, eine Frage oder gar Kuriosität? Schreib sie in die Kommentare und wir werden ihn umgehend informieren. 🙂

fühl dich gedrückt,

The Gäblini

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