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Welche Beute sollte ich wählen und warum?

Cri und ihre erste Beute
Neue Beute, mit Liebe zu Weihnachten

Letzte Weihnachten – während des Lockdowns – bekam ich eine nagelneue Bienenbeute. Meine allererste Beute. Ich werde mich persönlich darum kümmern, damit sie schon bald von glücklichen Bienen bevölkert wird (zumindest werde ich mein bestes dafür tun!) und schon bald werden wir Neuigkeiten über diese Beute veröffentlichen. 🙂

Doch wie ist der Aufbau einer Bienenbeute? Vor allem: nach welchen Kriterien sollte ich mich für den einen oder anderen Beutentyp entscheiden? Wenn du daran interessiert bist und mehr herausfinden möchtest empfehlen wir dir hier weiter zu lesen. Wir werden dir auch erklären welchen Typ Beute wir nutzen und warum.

Wie sind Bienenbeuten aufgebaut?

Erst nachdem ich Sebastian das erste mal getroffen hatte habe ich eine Beute aus der Nähe gesehen. Ich muss gestehen, dass ich von Beginn an wie verzaubert war. Wenn du noch keine Begegnung mit Beuten hattest, sei versichert das der Aufbau recht einfach aber sehr interessant ist. Generell ist der Aufbau wie folgt:

Opa Heinz mit einer Beute
Opa Heinz während einer Inspektion
  • (beginnend vom Boden) ein Varroa Schieber. Varroa ist ein weit verbreiteter und gefährlicher Parasit, der unsere Freunde die Bienen bedroht; 
  • ein Netz für die Luftzufuhr und auch um ungebetene Gäste fern zu halten (wie zum Beispiel Mäuse);
  • der Eingang genannt das Flugloch, abhängig von der Zahlenmäßigen Stärke des Volkes und der Jahreszeit, wird die Größe der Öffnung, mit einem Schieber, erweitert oder verringert;
  • der Brutraum, das ist der Teil der Bienenbeute in dem die Königin Eier legt;
  • der Honigraum, in diesem findest du hauptsächlich Honig. Vielleicht wusstest du es noch nicht, aber zwischen Brutraum und Honigraum findest du ein spezielles Gitter, genannt Absperrgitter, welches der Königin nicht erlaubt den Honigraum zu betreten – weil sie ein wenig größer als die anderen Bienen ihres Königreiches ist. „Aha also ’stehlen‘ Imker den Bienen nicht alles von dem Honig?“ Die Antwort ist definitiv NEIN, ganz sicher nicht die guten Imker. Dies zum Beispiel war etwas das ich nicht wusste bevor ich Basti traf. Das Bedeutet, dass es einen Teil der Bienenbeute gibt in dem die Bienen hauptsächlich nur den Honig lagern und den die Königin nicht betreten kann ( somit gibt es dort auch keine Brut). Nur diesen Teil – den Honigraum – wird der Imker nutzen um Honig zu ernten. Doch nicht nur dort lagern die Bienen den Honig, du kannst ihn überall in der Bienenbeute finden. Brutraum und Honigraum enthalten die Waben, deren Anzahl und Maße sind abhängig vom verwendeten Beutentyp.
  • Oben und darauf befinden sich der innere Deckel und der äußere Deckel

Wie viele Beutentypen existieren?

Gute Frage! Imker in jeder Region der Erde nutzen unterschiedlich Bienenbeuten, zumeist jene welche optimal an die regionalen Gegebenheiten angepasst sind. Lass uns mit den beiden Hauptkategorien Beginnen

  • vertikale Beuten (Magazinbeuten)
  • horizontale Beuten

vertikale Beuten

Warum werden sie so genannt? Der Aufbau erfolgt von dem Brutraum unten zu dem Honigraum oben drauf.

Diese Beuten sind sehr einfach zu handhaben und werden von den professionellen Imkern gern verwendet. Du fragst dich warum? Nun, hauptsächlich wegen ihres modularen Aufbaus. Die einheitlich großen Beuten und Boxen sind ein großer Vorteil dies macht das Leben und arbeiten mit den Bienen viel einfacher!

Die bekanntesten Vertikalbeuten sind:

1) Langstroth Beute

  • Abmessungen: 46,5*38*24 cm;
  • Die Waben stehen im sogenannten ‚Kaltbau‚ zum Eingang der Beute, dem Flugloch. Was das bedeutet? Immer mit der Ruhe, das erklären wir im weiteren Verlauf des Artikels. 🙂
  • die Waben für Brut- und Honigraum haben die selben Abmessungen, d.h. sie können in beiden Verwendung finden.
  • Der Nachteil ist, dass ein Honigraum, mit diesen Abmessungen, sehr schwer werden kann.

2) Dadant-Blatt Beute (die am häufigsten verwendete Bienenbeute in Italien)

  • Sie ist sehr Ähnlich zur Langstroth Beute, aber die einzelne Box ist Höher: 31cm anstelle von 24cm;
  • auch hier stehen die Waben im ‚Kaltbau‚ zum Flugloch;
  • Sie können 12 oder 10 Waben beinhalten;
  • Die Besonderheit ist der kleinere Honigraum, im Vergleich zum Brutraum, ist er nur 17cm hoch – das heißt? Nun, ganz sicher ist er einfacher zu heben und umherzutragen;
  • Nachteil: unglücklicherweise ist er dadurch weniger flexibel und modular. Zum Beispiel können die Waben, welche für den Honigraum genutzt werden nicht im Brutraum genutzt werden und anders herum.

horizontale Beute

Ich weiß nicht ob du bereits davon gehört hast, aber die TopBar oder Kenianische Beute ist eine der Populärsten horizontalen Beuten. Es ist recht einfach sich darum zu kümmern und du brauchst kaum zusätzliches Equipment, wie Honigräume oder Mittelwände. Du möchtest mehr Informationen über die TopBar Beute?

  • Sie wird als natürliche Beute betrachtet, in welcher der Imker die Bienen nicht so sehr stört, weil sie weniger Einflussnahme des Imkers erfordert.
  • Nachteil: betrachtet man ihre Nutzung vom Standpunkt der Honigproduktion, erscheint sie weniger praktisch verglichen mit den anderen Beuten. Hierfür muss der Imker die Waben auspressen um den Honig zu ernten. Natürlich verhindert dies die Wiederverwendung der Waben. Was bedeutet dass die Bienen die ganze Wabe erst neu bauen müssen. Außerdem gibt es keine klare Trennung zwischen Brut- und Honigraum – Was glaubst du bedeutet das? Nun, es wird schwieriger einzuschätzen wie viel Honig man ernten kann und wie viel man den Bienen übrig lassen sollte.
  • Normalerweise vermeiden nomadisierende und professionelle Imker diesen Beutentyp. Nichtsdestotrotz interessiert viele Imker diese Art der Bienenhaltung und sie entscheiden sich, sie neben den traditionellen zu nutzen.

Gibt es noch mehr zu beachten wenn ich mich entschließe eine Bienenbeute zu kaufen?

Ein weiterer Punkt den du beachten solltest: Bist du oder würdest du gern ein nomadisierender, ein Wanderimker sein? In diesem Fall solltest du dich, zum Beispiel, für leichtere Beuten mit 10 anstelle von 12 Waben entscheiden. Die meisten dieser Wanderbeuten haben ein kleines Vordach über dem Flugloch.

Zu guter Letzt solltest du nicht vergessen: sieh dich um, welche Bienenbeuten werden in deiner Region bevorzugt? Das bedeutet nicht, dass du die anderen kopierst. Heißt es doch, dass diese Art von Beute gut und günstig anzuschaffen, sowie einfacher Zubehör zu beschaffen ist. Außerdem können dir deine Imker Nachbarn sicher mit Wissen, Tipps & Tricks und im Notfall mit Ersatzbeuten helfen.


Und die Gäblini? Welche Beuten verwenden Sie?

Bezüglich unserer Bienenbeuten, vielleicht ist es dir auf den Bildern aufgefallen, sie sind… quadratisch! Dieser Beutentyp wird hier in der Umgebung am häufigsten verwendet. Wenn du dich fragst welche Maße sie haben, hier sind sie: Länge + Breite: 44,50cm und in der Höhe 32cm.

Das Beste am quadratischen Querschnitt ist, dass die Waben entweder quer(Warmbau) oder parallel(Kaltbau) zum Flugloch stehen können. Warum könnte das wichtig sein? Was bedeutet das?

Ich habe Basti gebeten es mir zu erklären, weil ich es besser verstehen wollte – kurz um:

Beute, Kaltbau Schema
Kaltbau
  • Waben parallel zum Flugloch (Kaltbau): das Bedeutet das die Belüftung direkter und schneller erfolgt. dadurch bleibt die Temperatur moderat und steigt nicht so schnell. Dadurch ist diese Wabenstellung perfekt für den Sommer geeignet! Ja genau, auch wenn Sommer, Sonne und Wärme wundervoll sind, denk immer daran, dass zu viel Wärme nicht gut sind, weder für uns Menschen noch für Beinen und Honig. Die Waben auf diese Art zu platzieren ist die beste Möglichkeit um die Temperatur im Sommer niedrig zu halten.
  • Waben quer zum Flugloch (Warmbau): hierbei zirkuliert die Luft um die Waben herum, so haben die Bienen noch immer frische Luft allerdings erfolgt der Luftaustausch weniger stark und direkt. Dies hilft den Bienen sehr die Temperatur im Winter hoch zu halten.
Beute, Warmbau Schema
Warmbau

Was könnte man weiter über unsere Bienenbeuten sagen? Sie beinhalten 11 Waben und diese sind etwas schmaler als die oben genannten. Basti denkt dass die Boxen nicht zu schwer sind (als ich ihn fragte ob es mir möglich wäre sie hochzuheben und herumzutragen. Hat er mit einem prompten „Nein!“ geantwortet :D. Du solltest allerdings wissen, dass ich in diesen Dingen etwas hilflos bin!)

Ein weiterer positiver Punkt unserer Bienenbeuten ist das, auch durch die geringere Größe, die Bienen die Innentemperatur einfacher Konstant halten können.

Basti gibt allerdings zu, dass er sich nur mit unserem Beutentyp gut auskennt, weil sie nur diesen bisher nutzen. Also kann er unsere Beuten schlecht mit den anderen existierenden Typen vergleichen. Allerdings mag er die Beuten die wir nutzen. Er glaubt sie sind sehr handlich. In der Zukunft möchten wir gern eine TopBar Beute ausprobieren, wir werden immer neugieriger. 🙂

Welchen Beutentyp magst du am meisten? Welchen Typ siehst du am häufigsten in deiner Umgebung? Wir wüssten gern mehr über deine Erfahrungen. 🙂 Hinterlasse doch einfach einen Kommentar und wenn dir der Artikel gefallen hat, vergiss nicht ihn in den sozialen Netzwerken zu teilen!

fühl dich gedrückt,

Die Gäblini

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