Honig

Wie machen die Bienen Honig?

Arm hoch, weißt du wie Bienen Honig machen??

Honig. Das unwiderstehliche goldene Süß, dass wir dank der Bienen genießen können. Über die Zusammensetzung haben wir dir hier berichtet: Honig Zusammensetzung: Woraus besteht Honig? – Gaeblini. Wir haben gelernt das Honig hauptsächlich aus Zucker, Wasser und einigen wenigen Zusatzstoffen besteht. Aber Wie machen die Bienen Honig? Wo kommt er her? Auch wenn ich schon immer Honig mochte, wäre ich zuvor niemals in der Lage gewesen zu erklären wie er gemacht wird oder wo er herkommt. Nichtsdestotrotz ist es nur fair die Kunden aufzuklären, nicht wahr? Wir haben das Recht zu wissen woher die Nahrung kommt die wir essen oder trinken und zu verstehen was dahinter steht. Wie denkst du darüber? Möchtest du wissen wie Bienen Honig machen?

Wenn du mehr darüber wissen möchtest, was sich hinter den Gläsern voller Honig verbirgt, findest du hier weitere Details. 🙂

Genau hier Honig: eine Welt voller Wunder! – Gaeblini haben wir euch in der vergangenen Woche erzählt, das Honig einen vegetarischen Ursprung hat. Er wird aus, von Bienen gesammeltem, Nektar hergestellt… erinnerst du dich?

Nektar… Aber wie wird daraus Honig??

Genau, Nektar. Vor ein paar Wochen fragte ich in den sozialen Netzwerken ‚Woraus besteht Honig?‘ Es wunderte mich das jeder den Zucker erkannte aber niemand an Wasser dachte. Eigentlich hätte ich auch nicht daran gedacht 🙂 Nektar ist sehr Wasserhaltig, in der Tat besteht er aus 50-70% Wasser, unterschiedlichen einfachen Zuckern (Fruktose und Glukose) sowie wenigen komplexeren Zuckern wie Sacharose.

Ein kleiner Schritt zurück: warum existiert Nektar? Um Bestäuber anzulocken, weil die Pflanzen ‚wissen‘ das sie sich mit der Hilfe von Ihnen vermehren können. In unserem Artikel Hast du dich je gefragt was die Menschen für Bestäuber tun? – Gaeblini erzählen wir auch über die Bestäuber. Auch hier verzaubert uns Mutter Natur mit ihrer perfekten Balance. Einfach super!

Entschuldigung, ich mache jetzt weiter mit dem ‚Wie machen Bienen Honig‘-Thema. 🙂 Ich werde aus der Sicht einer Biene beginnen (ich habe es geschafft eine von Ihnen auszufragen 😉 ).

Hallo! Du bist eine Sammelbiene… nicht wahr?

Ja, Ja, weißt du es hat eine weile gedauert diese Stufe zu erreichen… doch jetzt bin ich volljährig – ich bin fast 4 Wochen alt – Ich kann mich sehr gut orientieren und kann ohne Probleme raus! Ich kann bis zu 3km weit fliegen, weißt du? Ich fliege sehr viel am Tag, jeden Tag, nichts und niemand kann mich aufhalten. Einmal habe ich darauf geachtet, ich war neugierig und wollte es wissen: Ich wiege 85mg und ich kann bis zu 70mg Nektar in meiner Honigblase transportieren.

Wow, beeindruckend! ich habe mich gefragt … wie machen Bienen Honig? Die Honigblase ist voll … und dann?

Und dann? Und dann fliege ich zurück zu meinen Schwestern und unsere Bienenbeute, ich übergebe ihnen schnell was ich gesammelt habe und fliege wieder los um nach noch mehr Nektar zu suchen. Meine Schwestern kümmern sich danach um den Honig und die Trophallaxis… entschuldige nun bitte, ich muss wieder los. Es war mir ein Vergnügen, Tschüüüüss!

Pfff Ich ahnte es… immer auf dem sprung. Doch was ist Trophallaxis??

Bienen sind so stark, hast du es auch bemerkt? Bezüglich des seltsamen Wortes –Trophallaxis-, versuche ich es kurz und auf einfache Art zu erklären. Es kommt aus dem Lateinischen „verändern und austauschen“ und dies ist der Hauptprozess und Grundlage der sozialen Nahrung der Bienen. Erinnerst du dich an den Artikel zu meinem 30ten Geburtstag hier bin ich: Cri, die Imkerin in Ausbildung! – Gaeblini? Ich habe euch offenbart wie sehr ich das Ausmaß sozialer Interaktion im Superorganismus Bienen liebe. Sogar ihr Nahrungssystem ist sozial!

Bienen lieben es zu teilen und sie müssen es sein. Sie geben den gesammelten Nektar an ihre Schwestern und fliegen wieder los um ihre Honigblase schnell wieder zu füllen. Mit Hilfe ihrer Honigblase (ein soziales Organ, so eine Art Kropf) können sie, was sie zuvor gesammelt haben an andere Bienen weitergeben. Dies ist die Trophallaxis: die Sammelbienen übergeben ihren Schwestern den Nektar mithilfe ihrer Honigblase.

Und was passiert dann? Um aus Nektar Honig entstehen zu lassen muss noch mehr passieren… stimmst du zu? Natürlich, ja! Hier startet ein enzymatischer Prozess. Enzymatisch – Enzyme – Hast du dieses Wort auch schon einmal gehört? Enzyme sind metabolische Prozess Starter: sie starten Prozesse durch welche sich bestimmte Substanzen in etwas anderes verwandeln. In unserem Fall werden komplexere Zucker in einfache Zucker aufgespalten und Nektar wird mehr und mehr zu Honig.

Jetzt sind wir fast angekommen, nicht wahr?

Du musst dich noch ein wenig gedulden, noch ist der Honig nicht fertig. Er ist noch immer zu flüssig. Hmmm ich weiß nicht ob du je selbst Marmelade gemacht hast (ich schon! Wenn du es noch nie selbst gemacht hast, solltest du es ausprobieren! Zu aller erst ist es eine große Befriedigung und außerdem… du kannst dir nicht vorstellen wie lecker es ist!) Wie auch immer, zu Beginn ist es sehr flüssig, so ähnlich wie Marmelade. Das gleiche passiert mit dem Honig: es ist eine gesättigte Zuckerlösung allerdings mit einem zu hohen Wassergehalt um als fertiger Honig betrachtet zu werden. Also, Was passiert jetzt? Die Bienen lagern es ein und lassen es reifen. Der größte Teil des Honigs wird von den Bienen als Wintervorrat angelegt. Im laufe ihrer Evolution haben sie diesen Umgang mit Ressourcen entwickelt und immer weiter verfeinert: ein richtiges Lagerhaus Prozedere. Wirklich, sie haben eine Art riesiges Regal mit vielen kleinen selbst gebauten hexagonalen Zellen. Dort lagern sie die Zuckersubstanz um sie reifen zu lassen. Diese Zuckerkonzentration ist es die den Honig so haltbar macht.

Brilliant, nicht wahr?

Wir sind an Kühlschränke, Tiefkühler und Konservierungsstoffe gewöhnt, wir erwarten einfach das unsere Nahrung eine lange Haltbarkeit hat, richtig? Nichtsdestotrotz ist dies etwas völlig ungewöhnliches im Tierreich. Ein Imker namens Paolo Spiccalunto hat mich während eines Webinars darauf aufmerksam gemacht. Er hat darauf hingewiesen das die meisten Tiere immer dann fressen, wenn sie etwas zur Verfügung haben – sie denken sich keine Methoden aus um Vorräte für die Zukunft anzulegen. Bienen besitzen diese Eigenschaft. Da es sich bei ihren Völkern um Soziale Strukturen handelt und sie Probleme gemeinsam lösen, konnten sie einen weg finden um ihr Überleben, mit haltbarerer Nahrung, zu gewährleisten.

Wann kann Honig dann endlich als „fertig“ bezeichnet werden?

Wie machen Bienen Honig? Hier seht ihr eine komplett verdeckelte Wabe. Bereit zum ernten!
Eine komplett verdeckelte Wabe. Bereit zum ernten!

Erst wenn der Honig nicht mehr so wässrig ist bekommen wir endlich Honig. In den Bienenbeuten ist es immer recht warm. Bienen nehmen große Anstrengungen in kauf um die Temperatur konstant auf ca. 35°C zu halten. Außerdem schaffen sie es den Feuchtigkeitsgehalt, durch das schlagen mit ihren Flügeln, zu senken (dadurch wird dem Honig Flüssigkeit entzogen). Die Feuchtigkeit verflüchtigt sich und wenn der Wassergehalt des eingelagerten Honigs ca. 17% beträgt kann der Honig geerntet werden. Wenn der Wassergehalt des, zuvor in den Zellen eingelagerten, Honigs 17-19% beträgt kann der Honig als „fertig“ betrachtet werden. Was machen die Bienen, wenn sie an diesem Punkt angelangt sind? Genau wie wir es mit einer fertigen Marmelade machen würden, verschließen sie die Zelle mit einer dünnen Schicht Wachs. Da sind wir, 100% fertiger und reiner Honig.

Warte, warte, warte… wie kann ich verstehen das er fertig ist?

Der Imker muss aufpassen und den Honig im richtigen Moment ernten, genau dann wenn er fertig ist. Nun, ein guter Weg diesen Moment zu erkennen ist dann, wenn die Bienen die Zellen, mit einer dünnen Schicht aus Wachs, verschlossen oder mit dem verschließen begonnen haben. Eine weitere Möglichkeit wäre ein Refraktometer zu benutzen. Das ist eine Art magisches Monokel. Du bringst einen Tropfen Honig auf das schräge Glas des Refraktometers und schaust dann in Richtung Sonne hindurch. Ich habe leider keinen Sinn für Physik (allerdings bin ich ein großer Potterhead!), daher kann ich dir nur sagen: wenn du, in Richtung Sonne, durch das magische Monokel schaust, dir eine Linie den Wassergehalt anzeigen wird. Anhand dessen kannst du entscheiden wie du weiter verfahren kannst.

Habe ich es dir gut genug erklären können? Wir hoffen wir konnten dir etwas neues erzählen. Was hat dich am meisten beeindruckt?

Wir freuen uns von dir zu lesen 🙂

Fühl dich gedrückt,

die Gäblini

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